|
Infektionskrankheiten mit tödlichem Ausgang bei Katzen.
Trotz zahlreicher Berichte in Zeitschriften und Informationen aus dem Internet haben wir uns entschlossen, Sie über dieses Thema umfassend zu informieren.
Begriffswirrwahr allüberall:
Katzenseuche, KatzenAIDS, Katzenleukose, was ist was ?
Um zu verstehen, gegen welche dieser ansteckenden Krankheiten Sie Ihre Katze wie schützen können, müssen Sie sich leider die Mühe machen, die Krankheiten zu unterscheiden.- Also: was versteckt sich hinter was ?
FIV- das eigentliche KatzenAIDS
Katzen können sich- wie Menschen und viele Tierarten- mit einem Immundefizienzvirus aus der Familie der sogenannten Retroviren infizieren,
dem FIV- Virus.
Genau wie beim Menschen führt eine solche Infektion zu einer geschwächten Immunabwehr; die betroffenen Katzen erkranken an allerlei anderen Infektionen, die sie ohne FIV locker wegstecken würden: Schnupfen, Bissverletzungen, Parasiten. Zum besseren Verständnis der Infektion ein paar Fakten.
Die Ansteckung erfolgt fast immer durch Biß, in seltenen Fällen durch Fressen aus einem Futternapf mit einer infizierten Katze oder durch Geschlechtsverkehr. Daher sind unkastrierte oder spät kastrierte Kater besonders gefährdet; Beißereien bei Revierkämpfen sind bei diesen an der Reihe. Der beste Schutz vor einer FIV-Infektion ist somit eine frühe Kastration!!
Eine Impfung gegen FIV gibt es (derzeit) in Europa nicht. Die Versuche mit einem Impfstoff in den USA sind wenig erfolgversprechend.
Die FIV-Infektion ist sehr sehr sicher im Blut festzustellen, vorausgesetzt zwischen Infektion und Blutentnahme sind mehr als vier Wochen vergangen.
Eine einmal infizierte Katze bleibt ein Leben lang für andere Katzen ansteckend.
Sowohl die FIV- Infektion selbst wie auch die Folgeerkrankungen sind-
wie AIDS beim Menschen- behandelbar, aber nicht heilbar.
Grundsätzlich kann eine Katze mit FIV-Infektion behandelt noch sehr lange leben.
Was kann ich tun um meine Katze zu schützen?? Grundsätzlich gefährdet sind nur Freigänger, eine im Haus gehaltene Katze ohne Kontakt zu anderen Katzen kann sich nicht anstecken- also auch dann nicht, wenn Sie Kontakt zu infizierten Katzen haben. Früh kastrierte Kater und Kätzinnen stecken sich nur selten an, da sie nur selten in Beißereien verwickelt werden.
Können sich andere Tiere oder Menschen anstecken ? Ganz sicher nein! Allenfalls Großkatzen (Geparden, Schneeleoparden, Löwen) sind für das FIV-Virus empfänglich, und die werden doch eher selten im Privathaushalt gehalten. Hund, Pferd oder Mensch sind absolut nicht gefährdet.
FeLV- das geheimnisvolle zweite Katzenretrovirus
Als man FIV noch nicht kannte bezeichnete man –fälschlicherweise- dieses zweite Katzenretrovirus als KatzenAIDS-Virus. Es verhält sich aber ganz anders.
Auch das FeLV kann durch Biß übertragen werden, genauso aber auch von Katzenmüttern auf ihre Welpen oder- seltener- durch anderen Körperkontakt.
Anders als das FIV führt eine Infektion aber nicht zwingend zu einer gestörten Immunabwehr; das ist nur dann der Fall, wenn sich das Virus ungehemmt im Körper vermehrt. Diese Tiere haben- wie bei FIV- Fieber, fressen schlecht, etc. und: nur diese Tiere sind im sogenannten Leukosetest positiv !!!! Außerdem sind sie für andere Katzen permanent ansteckend.
Bei den meisten Katzen passiert nach einer FeLV-Infektion lange Zeit gar nix, sie sind unauffällig und erst Monate (oder Jahre) bricht die Krankheit aus. Diese Tiere bekommen Tumoren der weißen Blutkörperchen, beispielsweise dicke Lymphknoten oder Tumoren im Darm oder den Nieren.
Sie sind meist unauffällig im FeLV-Test !!!
Kann ich meine Katze gezielt schützen? Ja, anders als bei FIV gibt es mehrere zugelassene Impfstoffe unterschiedlicher Wirksamkeit. Wir bemühen uns ihr Tier durch die Auswahl des- nach unserer Überzeugung- besten Impfstoffes wirkungsvoll vor FeLV zu schützen. Eine Blutprobe vor der Impfung lehnen wir, außer in Ausnahmefällen, ab, da ein falsch negatives Ergebnis den Besitzer in einer falschen Sicherheit wiegt.
Eine Impfung ist nur sinnvoll bei Tieren, die Kontakt zu anderen Katzen haben; Sie selbst oder andere Tiere können sich
weder anstecken noch FeLV übertragen.
Kann man Leukose behandeln? Ja, sowohl die immunsuppressive wie die Tumorform von FeLV kann man behandeln, aber nicht heilen.
FIP- noch eine geheimnisvolle Katzenkrankheit
Um keine andere Katzenkrankheit ranken sich mehr Gerüchte und Spekulationen als um die FIP. FIP steht für feline infektiöse Bauchfellentzündung. Auslöser ist ein sogenanntes Coronavirus mit dem > 80 % aller Freigänger und über 90 % aller Zuchtkatzen infiziert sind- die allerwenigsten werden krank und sterben. Bei diesen Katzen „schlummert“ das Virus friedlich im Bereich der Darmzellen; warum es bei manchen Katzen bösartig wird und andere Zellen im Bauchraum befällt, ist eine nicht wirklich geklärte Frage. Streß (z.B. durch Haltung mehrerer Katzen in einem Raum) kann den Ausbruch der Krankheit hervorrufen.
Die Symptome der Erkrankung sind vielfältig; Appetitlosigkeit, Fieber, evtl. gelbe Schleimhäute und ein dicker Bauch können, müssen aber nicht für eine FIP-Erkrankung sprechen. Bluttests können wertvolle Hinweise liefern, sind aber nicht absolut sicher.
Der sicherste Nachweis gelingt häufig über eine sogenannte Bauchpunktion; mitunter sind aber mehrere Untersuchungen nötig.
Wie kann ich meine Katze schützen ??? Zunächst einmal: Es gibt einen Impfstoff gegen FIP, von dem wir allerdings überhaupt nicht überzeugt sind; wir raten deshalb von einer FIP-Impfung ausdrücklich ab. Der beste Schutz ist eine stressfreie Haltung, konkret z.B. durch die Begrenzung der Zahl an Katzen in Haushalten.
Da nicht eindeutig geklärt ist, ob es verschieden stark krankmachende Stämme des FIP-Virus gibt, raten wir vom Kauf von Tieren aus einer Zucht mit FIP-Vorgeschichte und von Tierheimtieren aus Gruppenhaltung kathegorisch ab.
Kann man FIP behandeln? Ehrlich gesagt, kaum. Es gibt zwar inzwischen ein seht teures Behandlungsprotokoll mit Interferon und Cortison, man kann damit aber nur die Erkrankung aufhalten und keinesfalls heilen. Wir raten daher bei sicherer Diagnose einer FIP zur Erlösung der Katze.
Wie bei FIV und FeLV sind Menschen nicht mit dem FIP-Virus anzustecken.
Wir hoffen Ihnen mit dieser Information geholfen zu haben, sich im Dschungel der Katzenkrankheiten zurechtzufinden; falls Sie Fragen haben, beantworten wir diese gerne bei der Impfuntersuchung. |